Tobsdorf

Wir wollen Ihnen die Ortschaft Tobsdorf (Dupus) in Siebenbürgen/Rumänien vorstellen.
Tobsdorf liegt in einem Seitental der Kokel, ca. 15 Kilometer von der nächsten Stadt, Mediasch/Medias, entfernt. Zur Kreisstadt Herrmannstadt/Sibiu sind es ca. 70 Kilometer. Auf der Straße nach Hetzeldorf/Atel geht es links auf einen unbefestigten Weg. Nach 4 Kilometern "Feldweg" erreicht man das verträumte Dörfchen Tobsdorf.

 

 

Das Dorfzentrum bildet die große Evangelische Kirche, erbaut im Jahre 1524,mit der ehemaligen Deutschen Schule.
Der sehr wertvolle Flügelaltar, der seit1720 in der Kirche stand, wurde am 26. Oktober 1999 in die Margarethenkirche nach Mediasch gebracht, um Ihn vor Kunstraub und Zerstörung durch mangelnde Klimatisierung der Kirche zu schützen.
Die Kirchengemeinde von Mediasch beabsichtigt, auch die wertvolle Orgel der Kirche nach Mediasch zu bringen, um auch diese vor dem vollständigen Verfall zu bewahren.

Zurzeit leben in Tobsdorf ca. 300 Personen, davon gerade noch 18 Siebenbürger Sachsen. Vor der großen Ausreiswelle der Siebenbürger Sachsen, um 1990, lebten hier noch ca. 300 deutschstämmige Tobsdorfer.

Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von den Erträgen der eigenen Landwirtschaft. Traktoren gibt es nur wenige im Dorf. Als Haupt-transportmittel dient nach wie vor der gute alte Pferde- oder Kuhwagen.
Nur wenige sind im Besitz eines gesicherten Einkommens. Die Strom und Gaspreise sind für viele Dorfbewohner kaum noch bezahlbar.

Im ganzen Ort gibt es nur 3 Telefone, davon 2 Privat und eine öffentliche "Telefonzelle". Nur bei schönem Wetter ist eine Direktwahl nach Deutschland möglich. (Die oberirdischen Telefondrähte zur nächsten Station in Hetzeldorf, haben bei Regenwetter  einen Kurzschluss!!)
Der Kindergarten im Dorf wird im Moment noch von 12 Kindern besucht, und von einer Erzieherin und einer Helferin betreut. Die Grundschule wurde mittlerweile wegen zurückgehender Schüler-zahl geschlossen. Die Kinder werden mit einem Kleinbus zum Unterricht nach Hetzeldorf gebracht.
In diesem Kindergarten wurden von der RUMÄNIENHILFE-RIED
schon neue Böden verlegt und ein Teil der Elektroinstalation
erneuert.

Das idyllische Dörfchen Tobsdorf ist für Ada und Friedhelm Huser, mit ihren Kindern Anna und Lukas,
auch im Winter eine Reise wert.
Zum Rodeln und Pferdeschlitten fahren gibt es ausreichend Mög-lichkeiten. In Siebenbürgen sind im Winter Minus 20 Grad keine Seltenheit.
Im Elternhaus von Ada Huser geb. Schneider, wohnen wir auch während unserer Hilfstransporte.
Bei der Ankunft nach unserer langen Anfahrt erwartet uns immer eine heiße "Ciorba de perisoare" ins Huser' s Küche. Wir wissen also immer, wo wir in dieser Zeit wohnen und schlafen werden. In der "Vorderstub" hat auch jeder Fahrtteilnehmer schon sein "Stammbett". Das Haus wird von Antoanetta und Petru Cucu bewohnt und verwaltet.
Die MÄNNERabende werden meist in der Küche verbracht, wo wir bei einer Flasche Bier oder einem Glas Wein den nächsten Tag planen. Natürlich werden manchmal auch "Männergespräche" geführt und Karten gespielt.
Im Dorf wohnt auch "Pavel" von uns "Geisepeter" genannt, der seinen Lebensunterhalt mit einer eigenen kleinen Schafherde bestreitet.